Mehr Erfolg durch Online Coaching

von | 1.05.2021

Was erfolgreiche Menschen auszeichnet

Wie schön wäre es, wenn wir mit ein paar Tricks und Kniffen erfolgreicher würden. Andere haben es doch auch geschafft? Da draussen gibt es viele Beispiele erfolgreicher Menschen! Mit ihren Geheimnissen kommt der Erfolg auch zu mir. Nun, immerhin behaupten sie das. Leider funktionieren diese Allgemeinrezepte selten für uns.

Fragst du dich auch, was erfolgreiche Menschen wirklich auszeichnet? Dann bist du hier richtig. In diesem Beitrag unserer Wissens-Serie über Online Coaching gehen wir dem Erfolg auf den Grund. Erläutern dir, welche Bedingungen dafür günstig sind und was du selbst dazu beitragen kannst.

Kann jeder Mensch erfolgreicher werden?

Die kurze Antwort lautet JA! Doch frage dich erst, was Erfolg für dich bedeutet. Wir Menschen haben ein unterschiedliches Verständnis von Erfolg. Vielleicht empfindet es jemand als Erfolg, wenn er/sie ein gutes und intaktes Familienleben führt. Oder Erfolg bedeutet, mit schwierigen Situationen gut umzugehen und ein glückliches Leben zu führen. Vielleicht bezieht sich Erfolg auf eine (berufliche) Tätigkeit, durch die man Befriedigung und Stolz empfindet.

Du siehst, Erfolg ist sehr vielfältig. Und Erfolg ist etwas Gutes. Wir streben danach, das Leben zu führen, welches wir uns wünschen. Häufig gehört da auch Erfolg dazu. Erfolg, wie wir ihn für uns definieren. Das Gute daran? Erfolg ist nicht zufällig. Erfolgreiche Menschen haben Gemeinsamkeiten, die häufig über einfache Erklärungen hinausreichen.

Voraussetzungen für Erfolg

Weshalb das so ist, erläutert uns Jane Loevinger. Sie forschte intensiv darüber, wie Menschen sich entwickeln. Dabei hat sie das Stufenmodell der ICH-Entwicklung von Erwachsenen kreirt. Auch wenn das Modell Stufen hat, sagt es nichts über bessere oder schlechtere Eigenschaften der Persönlichkeit aus. Es wertet nicht. Höhere Stufen, so die Annahme dazu, haben sich durch die Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt dorthin entwickelt. Die ICH-Entwicklung vollzieht sich dabei von Stufe zu Stufe, keine davon lässt sich überspringen. Eine höhere Stufe bedeutet, das Denken und Handeln der vorhergehenden mit einzuschliessen.

Die Wissenschaftler Rooke und Torbert (2005) haben herausgefunden, dass Menschen auf den höheren Entwicklungsstufen erfolgreicher sind im Bewältigen von schwierigen Situationen. Sie stecken Rückschläge leichter zurück und sind flexibler im Umgang mit sich selbst und anderen. Die beiden Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Fähigkeiten für den Erfolg von Menschen zentral sind.

Online Coaching - was zeichnet erfolgreiche Menschen aus

Ist das ein Persönlichkeitstest?

Nein – und das ist genau die Stärke der ICH-Entwicklungsstufen von Loevinger. Diese werden zunehmend in Verbindung gebracht für den Erfolg (oder Misserfolg) von Unternehmen. Rooke und Torbert haben das Konzept der Entwicklungsstufen zum ersten Mal in Zusammenhang mit Unternehmen gesetzt. Frederic Laloux hat den Gedanken dann in seinem Buch „Reinventing Organizations“ aufgegriffen und in den grösseren Zusammenhang von Organisationen gestellt. 

Die ICH-Entwicklung, die auf Loevingers Arbeit beruht, enthält neun Entwicklungsstufen der Persönlichkeit. Jeder Stufe liegen vier Bereiche zugrunde:

  • Charakter; bezieht sich auf die Unabhängigkeit von Meinungen, Einflüssen und Erwartungen anderer. Tiefere Stufen werden durch Impulse gesteuert, die nur schwer gesteuert bzw. unterdrückt werden können. Mittlere Stufen orientieren sich an den anderen Menschen, höhere Stufen entwickeln eigene Massstäbe.
  • Interpersoneller Stil; bezieht sich darauf, wie gut der Umgang mit Menschen gelingt, die andere Perspektiven und Meinungen haben als man selbst. Tiefere Stufen orientieren sich stark an den anderen und machen deren Regeln und Normen zu den eigenen. Die Kommunikation gleicht einem Dialog, ein Hinterfragen findet kaum statt und der Umgang mit Kritik ist, diese nicht anzunehmen. Mittlere Stufen haben hingegen Probleme, die Meinungen anderer anzunehmen, da sie in richtig und falsch einteilen. Zwei Wahrheiten nebeneinander stehen zu lassen bereitet Mühe, ebenso das Annehmen von Kritik. Höhere Stufen akzeptieren die Autonomie anderer hingegen zunehmend. Sie sind konsensfähig, können unterschiedliche Wahrheiten verbinden und Dialoge halten. Die Motivation anderer Menschen und deren Perspektiven beginnen Interesse auszulösen. Kritik wird geschätzt, auch wenn sie noch verunsichert.
  • Bewusstseinsfokus; bezieht sich darauf, wohin die Aufmerksamkeit gerichtet wird. Tiefere Stufen sind an der Befriedigung eigener Bedürfnisse orientiert, während mittlere Stufe eher die Einhaltung von Normen und später die Entfaltung des eigenen Charakters in den Vordergrund stellen. Höhere Stufen hingegen leben eigene Wertvorstellungen und möchten andere Menschen verstehen und integrieren.
  • Handlungslogik; bezieht sich auf die Steuerung durch feste Annahmen und Überzeugungen. Tiefere Stufen möchten etwas für sich erreichen und später auch für andere. Mittlere Stufen grenzen sich ab und wollen gleichzeitig dazugehören, während sie später eigene Wertvorstellungen realisieren. Höhere Stufen hingegen wollen andere transformieren und verändern.

Die ICH-Entwicklungsstufen im Detail

Die frühen Stufen der ICH-Entwicklung reflektieren die präsoziale Stufe E1, die impulsive Stufe E2 sowie die selbstorientierte Stufe E3. Die mittleren Stufen betreffen die gemeinschaftsorientierte Stufe E4, die rationalistische Stufe E5 und die eigenbestimmte Stufe E6. Die späten Stufen sind die relativierende Stufe E7, die systemische Stufe E8 und die integrierte Stufe E9 (vgl. Binder 2016). Nachfolgend werden die Stufen E2 bis E8 zusammengefasst (vgl. Binder 2016 und Hofert 2017):

  • StufeE2/E3; Entwickeltes eigenes ICH, indem sich das Kind von zentralen Bezugspersonen löst und seinen eigenen Willen ausübt. Gegenüber anderen bleibt das Kind in hohem Masse abhängig und fordernd zugleich. Regeln werden noch nicht verstanden, die Zeitorientierung bezieht sich auf das hier und jetzt. Auf Stufe E3 können Impulse nun unterdrückt werden („ich esse jetzt die Süssigkeit nicht auf, sondern später“) und auch Regeln können befolgt werden. Die Nutzenmaximierung steht jedoch im Vordergrund, weshalb auch zwischenmenschliche Beziehungen daran gemessen werden. Ursachen und Schuld werden bei anderen gesucht, die Selbstkritik ist schwach ausgeprägt und bezieht sich auf Dinge, für die man sich nicht verantwortlich fühlt. Der zeitliche Bezug ist auf das hier und jetzt bezogen. 5% der Menschen können dieser Stufe zugeordnet werden, der Typ nach Rooke und Torbert (2005) ist «Opportunist».
  • Stufe E4; Ausrichtung an den Erwartungen anderer bezogen auf das eigene Wohlergehen in Verbindung mit einer Bezugsgruppe (bspw. Familie, Schule, Betrieb). Die Identität entsteht durch die Zugehörigkeit zu einer solchen Bezugsgruppe, die Regeln dort werden eingehalten und es wird versucht, ein aktives Mitglied zu sein, dem Anerkennung wichtig ist. Wenn die Erwartungen anderer gebrochen werden, nimmt man Schuldgefühle wahr. Die Welt wird in einfache Kategorien eingeteilt, Entweder-oder-Denken/Schwarz-Weiss dominiert und die Sicht auf sich selbst und andere ist nicht so, wie sie vielleicht tatsächlich ist, sondern wie man es sehen will. Das Bewusstsein ist auf Äusserlichkeiten gerichtet (bspw. Kleidung, Ruf, Status) und die Konfliktlösung wird über „Gewinnen“ bzw. “Dominieren” angestrebt. Die Gegenwart und jüngere Vergangenheit stellen den zeitlichen Bezug der Stufe E4 dar. 12% der Menschen lassen sich dieser Stufe zuordnen. Der Typ nach Rooke und Torbert (2005) ist «Diplomat».
  • Stufe E5; Stufe E5 bedeutet die Erkenntnis gemacht zu haben, dass Menschen vielschichtiger sind als bisher angenommen und die gängigen Stereotypen häufig nicht übereinstimmen. Beziehungen nehmen andere Qualitäten an und werden nicht mehr nur an den gemeinsamen Bezugsgruppen gemessen, sondern auch daran, was diese für einen bedeuten und welche Gefühle damit verbunden sind. Es folgt der Blick über den Tellerrand, Dinge werden hinterfragt und die Entwicklung eigener Prinzipien angegangen. Noch herrschen rationales Denken und kausale Erklärungen vor, verbunden mit zunehmender Selbstwahrnehmung und Selbstkritik. Die Suche nach Motiven für menschliches Verhalten beginnt, wenn auch noch auf einfache Aspekte bezogen (z.B. weil ihn etwas stört hat er…). Es reift das Bewusstsein, sich von anderen unterscheiden zu wollen und die Konfliktlösung wird über Win-Win angestrebt. Der Zeitliche Bezug ist Vergangenheit, Gegenwart und nähere Zukunft. 38% der Menschen lassen sich dieser Stufe zuordnen. Der Typ nach Rooke und Torbert (2005) ist «Experte».
  • Stufe E6; Ab Stufe E6 werden Unterschiede wahrgenommen und Situationen abgewogen. Das ICH ist unabhängig von anderen konstruiert und hat selbst entwickelte und definierte Werte sowie Vorstellungen und Ziele. Entscheidungen werden getroffen, weil diese als richtig angesehen werden (und nicht, weil andere Menschen es wollen). Eine Person auf dieser Stufe kann sich selbst und andere vielfältiger beschreiben, was auf die Fähigkeit der Selbstkritik und Reflexion zurückzuführen ist. Die Komplexität von Situationen wird akzeptiert. Es gibt zwar eine noch vorhandene Subjektivität in der Wahrnehmung, die aber oft nicht selbst erkannt wird. Die Konfliktlösung führt über den Konsens, der zeitliche Horizont ist die nähere und weitere Zukunft. Gerade deshalb ist das Bestreben da, weiter zu kommen und mit einem breiteren Blick auf die Welt zu sehen, bei der das eigene ICH nicht mehr ausschliesslich im Zentrum stehen muss. Dieser Stufe lassen sich 30% der Menschen zuordnen und der Typ nach Rooke und Torbert (2005) ist «Manager».
  • Stufe E7; Menschen auf dieser Stufe begrüssen Veränderung und Unterschiede. Sie hinterfragen die eigenen Sichtweisen und die von anderen Menschen. Individuelle Unterschiede werden in der grösserer Breite und Tiefe gesehen, die Toleranz steigt gegenüber tieferen Stufen. Mit einher geht eine relativistische Weltsicht, die eine grössere Bewusstheit gegenüber inneren/äusseren Konflikten und Widersprüchen mit sich bringt, jedoch noch ohne diese wirksam integrieren zu können. Die Konfliktlösung führt über den Konsens und der zeitliche Horizont ist ein Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dieser Stufe lassen sich 10% der Menschen zuordnen und der Typ nach Rooke und Torbert (2005) ist «Individualist».
  • Stufe E8; Menschen auf dieser Stufe können die Andersartigkeit von anderen Menschen voll akzeptieren. Sie haben Bewusstheit dafür, dass wir die Welt aus unserer Perspektive interpretieren und können Fehler anderer aus wohlwollender Distanz betrachten, um Lernen zu ermöglichen statt vorher einzugreifen. Sie haben die Fähigkeit, sich widersprechende Aspekte und Meinungen zu integrieren und eine grosse Motivation, sich selbst weiterzuentwickeln. Wie auch bei der vorherigen Stufe führt die Konfliktlösung über den Konsens und der zeitliche Horizont ist ein Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dieser Stufe lassen sich nur noch 4% der Menschen zuordnen und der Typ nach Rooke und Torbert (2005) ist «Stratege».

Wie hilft dir nun ein Online Coaching dabei, erfolgreicher zu werden?

Nicht alle Menschen lassen sich im Rahmen eines professionellen Online Coachings, wie wir es anbieten, gleich gut unterstützen. Offenheit ist eine ganz wichtige – wenn nicht gar die zentrale – Voraussetzung für ein effektives Online Coaching. Mit Offenheit bezeichnen wir die Offenheit für neue Erfahrungen. Häufig ist da auch eine beobachtende und reflektierende Seite mit dabei. Diese Offenheit für Erfahrungen beginnt ab der Stufe E5. Beim Übergang zur Stufe E6 und den darüber liegenden Stufen bekommt sie zunehmend Gewicht. In einem Online Coaching setzen wir genau dort an, wo du stehst. Doch auch ohne eine professionelle Begleitung durch ein Online Coaching kannst du etwas tun.   

Stelle dir dazu folgende Fragen:   

  1. Sollen sich alle Menschen entwickeln und auf höhere Stufen kommen oder passen gewissen Stufen auch ganz gut zu gewissen Menschen?  
  2. Was kannst du selbst tun, um dich von der einen auf die nächste Stufe zu entwickeln? 

Ein für dich passendes Online Coaching unterstützt dich darin, den Wechsel von der einen auf die nächste Stufe zu vollziehen. Je nachdem wo du stehst, wird die Begleitung durch das Online Coaching andere Schwerpunkte und Methoden enthalten. Durch die Auseinandersetzung und Arbeit mit der eigenen ICH-Entwicklungsstufe entwickelst du so Eigenschaften und Verhaltensmuster, die dich (noch) erfolgreicher machen.

Mehr zu Online Coaching . Mehr über professionelles Online Coaching . Loevinger auf Wikipedia . Rooke und Torbert auf HBR .

Marcel, Master Coach bei MyOnlineCoach

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